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Kalus, Lauffer, Gerhardt, Leicher, Martin

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Römische Spuren
zwischen
Ammersee u. Lech

(115 Seiten, 145 Abbildungen, 600 St. Auflage, 2025)

Ein Stück Rom liegt am Ammersee

Römische Geschichte beginnt nicht erst in Rom. Sie führt auch an den Ammersee, an den Lech und in die Wälder des südlichen Bayern. Doch wie tief reichte die römische Lebenswelt in diese Landschaft hinein? Und was lässt sich heute noch davon erkennen?
Mit „Römische Spuren zwischen Ammersee u. Lech“ legt der Verein Kulturlandschaft Ammersee-Lech e.V. sein 16. Heft vor. Die Veröffentlichung betrachtet die Region als Teil der römischen Provinz Raetia und verbindet große historische Linien mit konkreten archäologischen Orten. Fast fünf Jahrhunderte römischer Präsenz werden so aus regionaler Perspektive greifbar.
Im Mittelpunkt stehen nicht allein die bekannten Fernverbindungen wie die Via Claudia Augusta oder die Straße von Augsburg nach Salzburg. Das Heft fragt auch, wie diese Verkehrswege das Leben vor Ort veränderten: Wo lagen Siedlungen? Wie waren ländliche Wirtschaftsbetriebe organisiert? Und wie gelangten Menschen, Waren und Ideen durch die Provinz?
Besonders aufschlussreich sind die Fallbeispiele der Villae rusticae in Schondorf, Herrsching und Peiting. Die Gutshöfe waren landwirtschaftliche Produktionsorte, zugleich aber auch Lebensräume mit unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen. Die Beiträge fragen nach Eigentümern und Bewohnern, nach Arbeit und Erträgen – und nach dem Luxus, den sich manche leisten konnten.
Wie römisch war der Alltag? Wein und Austern, Badeanlagen und beheizte Böden geben einen Eindruck von den Möglichkeiten wohlhabender Bewohner. Die technische Seite ist nicht weniger bemerkenswert: Das Heft erläutert das Hypokaustum, eine Heizung, bei der heiße Luft unter dem Fußboden und in den Wänden zirkulierte. Ein eigenes Kapitel widmet sich zudem der bemerkenswerten römischen Bautechnik – vom Mauerwerk bis zum Beton. Was ging mit dem Ende der Antike an technischem Wissen verloren – und was wirkt in späteren Bau- und Lebensformen fort?
Auch weniger bekannte Fundorte erhalten Aufmerksamkeit: Widdersberg und Ramsee, die römische Siedlung in Raisting sowie ein römisches Haus in Unterbeuern erweitern das Bild der Region. Die Publikation verfolgt außerdem die Umbrüche des 3. und 4. Jahrhunderts und macht deutlich, dass das Ende der römischen Herrschaft kein punktuelles Ereignis war. Siedlungen wurden aufgegeben, andere Strukturen bestanden weiter; romanisierte Bevölkerung blieb teilweise vor Ort.
Die fünf Autoren Dr. Peter Kalus, Dr. Hartmut Lauffer, Peter Gerhardt, Jakob Leicher und Markus Martin verbinden archäologische und historische Grundlagen mit genauer Kenntnis der regionalen Fundlandschaft.
„Das Heft versteht sich als Einladung, die römische Vergangenheit im heutigen Raum nachzuvollziehen – und vertraute Landschaften neu zu lesen“, sagt Dr. Sabine Pfannenberg, Vorsitzende des herausgebenden Vereins.
Die Publikation wurde ehrenamtlich erarbeitet.
Vielleicht ist die spannendste Frage am Ende nicht, wo die Römer waren, sondern wie viele ihrer Spuren wir heute noch übersehen.